A   B   C   D   E   F   G   H   I   K   L   M   N   O   Ö   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  

A

Anreizregulierung

Die Bundesnetzagentur übt durch die sogenannte Anreizregulierung seit 2009 erheblichen Kostendruck auf die Betreiber von Strom- und Gasnetzen aus. Ziel der staatlichen Aufsichtsbehörde ist es, die Netzbetreiber zu permanenten Effizienzsteigerungen zu bewegen. So sollen die durch den Netzbetrieb verursachten Kosten reduziert und mittelbar die Stromkunden entlastet werden. Hierzu gibt die Bundesnetzagentur den Netzbetreibern für ihre Erlöse Obergrenzen vor, die sie zuvor auf der Grundlage eines bundesweiten Effizienzvergleichs ermittelt hat. Die Netzbetreiber versuchen diesen Kostendruck häufig durch Einsparungen im Netzbetrieb oder das Heben von Synergien – beispielsweise durch Zusammenschlüsse mit anderen Netzbetreibern – zu verringern.

Arbeitspreis

Der Arbeitspreis gibt an, wie viel jede verbrauchte Kilowattstunde Energie kostet.

 

B

Bar

Bar ist die in der Technik und Physik verwendete Einheit für den Druck. Dabei entspricht ein Bar dem Druck von einem Kilogramm auf eine ein Quadratzentimeter große Fläche.

Befliegung

HanseWerk lässt ihre Hochdruckgasleitungen einmal im Monat von einem Helikopter abfliegen. Aus etwa 200 Metern Höhe kann der Flugbeobachter beispielsweise Baggerarbeiten erkennen, die vorab nicht mit dem Netzbetreiber abgesprochen sind. Darüber hinaus fliegt die HanseWerk-Tochter Schleswig-Holstein Netz AG regelmäßig auch die Hochspannungsleitungen in Schleswig-Holstein ab und kontrolliert dabei die Maste und Stromleitungen auf Verschleißerscheinungen.

Belastungskurven

Belastungskurven zeigen den Energieverbrauch während der Tages- und Nachtzeiten eines Tages, einer Woche oder eines Jahres.

Bio-Erdgas

Bio-Erdgas ist in einer Aufbereitungsanlage durch die Abtrennung von Kohlendioxid, Wasser und Schwefelwasserstoff veredeltes Biogas. Es kann über das bestehende Erdgasnetz transportiert werden, da es über exakt dieselben Eigenschaften wie Erdgas verfügt.

Biogas

Biogas ist ein Gemisch und besteht hauptsächlich aus den Komponenten Methan und Kohlendioxid. Das Gas wird durch Vergärung organischer Stoffe in Biogasanlagen gewonnen. Heute wird Biogas meistens zur dezentralen Strom- und Wärmeerzeugung in Blockheizkraftwerken genutzt. Es kann aber auch als Bio-Erdgas in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Biogasanlage

Eine Biogasanlage dient der Erzeugung von Biogas durch Vergärung von Biomasse. In einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk kann dann im Anschluss aus dem Biogas elektrische Energie und Wärme erzeugt werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Biogas in einer Gasaufbereitungsanlage zu veredeln, so dass es direkt als Biokraftstoff oder zum Heizen verwendet werden kann.

Biomasse

Biomasse ist organisches Material tierischen oder pflanzlichen Ursprungs. Für die Energieerzeugung besonders von Interesse sind Holz, Energiepflanzen wie Mais, Gülle und organische Abfälle. Durch Vergärung entsteht Biogas, das unter anderem in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Erzeugung von Elektrizität und Wärme genutzt werden kann.

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage zur Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme. Vorzugsweise werden Verbrennungsmotoren, d.h. Gas-, Biogasund Dieselmotoren, aber auch Gasturbinen, Brennstoffzellen oder Stirlingmotoren eingesetzt. BHKW eignen sich besonders zur dezentralen Energieerzeugung, wobei die Wärme sowohl vor Ort verbraucht, als auch in ein Nahwärmenetz eingespeist werden kann. Der Strom wird meistens ins örtliche Stromnetz eingespeist. Mit über 200 BHKW ist HanseWerk Natur, ein Unternehmen der HanseWerk-Gruppe, einer der größten Betreiber umweltschonender Blockheizkraftwerke in Norddeutschland.

Bruttostromerzeugung

Die Bruttostromerzeugung umfasst die gesamte in Kraftwerken erzeugte Strommenge, einschließlich des Eigenverbrauchs der Anlagen und Leitungsverlusten.

Bundesbedarfsplan

Mindestens alle drei Jahre übermittelt die Bundesnetzagentur die geprüften Netzentwicklungspläne samt Umweltbericht an die Bundesregierung. Sie dienen als Gesetzentwurf eines Bundesbedarfsplans. Die Bundesregierung ist dazu verpflichtet, mindestens alle drei Jahre einen solchen Entwurf dem Bundestag zur Abstimmung vorzulegen. Im Bundesbedarfsplan wird festgelegt, welche Ausbauvorhaben im Stromübertragungsnetz energiewirtschaftlich notwendig und von vordringlichem Bedarf sind. Der Bundesbedarfsplan von 2013 sieht 36 Leitungsvorhaben als vorrangig an. Dabei sind 2.800 Kilometer Stromtrassen neu zu bauen und 2.900 Kilometer zu modernisieren.

Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen ist eine selbstständige Bundesoberbehörde mit Sitz in Bonn. Sie hat in erster Linie den Auftrag, durch Regulierung in den Zuständigkeitsbereichen den Wettbewerb zu fördern und einen diskriminierungsfreien Netzzugang zu fairen Bedingungen zu gewährleisten. Im Rahmen der Energieregulierung sind die zentralen Aufgaben insbesondere die Genehmigung der Netzentgelte für die Durchleitung von Strom und Gas, die Beseitigung von Hindernissen beim Zugang zu den Energieversorgungsnetzen für Lieferanten und Verbraucher, die Standardisierung von Lieferantenwechselprozessen und die Verbesserung von Netzanschlussbedingungen für neue Kraftwerke. Seit 2011 ist die Bundesnetzagentur darüber hinaus für den beschleunigten Ausbau der Stromnetze durch Umsetzung des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes verantwortlich.

 

C

CO2 (Kohlendioxid)

Kohlendioxid (CO2) ist eine chemische Verbindung aus Sauerstoff und Kohlenstoff.
Das farb- und geruchlose Gas ist in einer sehr geringen Konzentration ein natürlicher
Bestandteil der Luft und entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen
Substanzen. Es gilt als Hauptverursacher des durch den Treibhauseffekt
bedingten Klimawandels.

 

D

Dezentrale Energieerzeugung

Unter dezentraler Energieversorgung versteht man die Energiebereitstellung durch kleinere Anlagen in Verbrauchernähe. Die dezentralen Energieumwandlungsanlagen stehen unmittelbar dort, wo die Energie gebraucht wird. Die Energiebereitstellung erfolgt durch verhältnismäßig mehr, dafür aber kleinere Anlagen.

Direktvermarktung

Der Begriff Direktvermarktung bezeichnet den Verkauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen an Großabnehmer oder an der Strombörse. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz bietet seit 2012 Anlagenbetreibern einen Anreiz, regenerativ erzeugten Strom direkt zu vermarkten. Durch eine Markt- und Management-Prämie haben sie die Chance, höhere Erlöse als über die Einspeisevergütung zu erzielen.

 

E

Einspeisemanagement

Das Einspeisemanagement bedeutet eine zeitweilige Reduzierung der Einspeiseleistung (Wirkleistung) von Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Konkret werden die betroffenen Anlagen bei einer Überlastung des Netzes in einer Netzregion (beispielsweise bei Starkwind) durch ein Reduktionssignal zur Absenkung ihrer Einspeiseleistung aufgefordert. Sobald die kritische Netzsituation beendet ist, zeigt ein Signal den Anlagen an, dass die Einspeisung wieder in vollem Umfang möglich ist. Das Einspeisemanagement
dient der Netzsicherheit und hilft, Schäden oder eine Überlastung der technischen Anlagen zu vermeiden.

Einspeisungsvergütung

Die Einspeisungsvergütung zahlt der regionale Netzbetreiber an die Stromanbieter, die ihren Strom aus regenerativen Erzeugungsanlagen in das regionale Stromnetz einspeisen. Im Jahr 2012 lag die Höhe der durch die Schleswig-Holstein Netz AG, ein Tochterunternehmen von HanseWerk und über 200 schleswig-holsteinischen Kommunen, ausgezahlten Einspeisevergütung an die Betreiber beispielsweise von Windkraft- oder Photovoltaikanlagen bei 1,06 Milliarden Euro. In Schleswig-Holstein wurden 2011 und 2012 2,4 beziehungsweise 2,5 Prozent der insgesamt ausgezahlten Einspeisevergütung als Ersatzzahlungen für nicht einspeisbaren Ökostrom ausgezahlt.

Einspeisevorrang

Der Einspeisevorrang bezeichnet die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz vorgeschriebene bevorrechtigte Einspeisung erneuerbarer Energien. Das heißt, bevor Strom aus konventionellen Kraftwerken ins Netz eingespeist werden darf, kommt Ökostrom zum Zug.

Energieeffizienz

Die Energieeffizienz gibt an, wie hoch der Energieaufwand ist, um einen bestimmten Nutzeffekt zu realisieren. Oft kann durch technische Maßnahmen eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden, d.h. der Energieaufwand kann bei gleichem Nutzeffekt gesenkt werden.

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Energiemix

Als Energiemix wird die Verwendung verschiedener Primärenergieformen zur Energieversorgung bezeichnet. Der Energiemix reduziert die Abhängigkeit von einem bestimmten Energieträger.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt die Bruttostromerzeugung nach Energieträgern für Deutschland in 2013 folgendermaßen an:
Das Statistische Amt für Schleswig-Holstein und Hamburg gibt die Nettostromerzeugung in Schleswig-Holstein in 2012 folgendermaßen an:

Energiewende

Der Begriff Energiewende steht für den Aufbruch in das Zeitalter der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Ein wichtiges Ziel der Energiewende ist es, den Verbrauch fossiler Energieträger zu senken. Auf diese Weise sollen die Emissionen von CO2 gesenkt und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern gemindert werden. Darüber hinaus möchte die Bundesregierung bis 2022 alle Kernkraftwerke in Deutschland vom Netz nehmen. Bis 2050 sollen die erneuerbaren Energien mindestens 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs decken. Neben dem Zubau neuer Windkraft-, Photovoltaik- und Biomasseanlagen sind ein ausreichender Netzausbau und ein möglichst zusammenhängendes Verteilnetz mit vielen Querverbindungen, einheitlicher Betriebsführung sowie einem hohen technischen Standard – etwa durch fernüberwachte Ortsnetzstationen – wichtig.

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien (auch regenerative Energien) bezeichnen Energien aus nachhaltigen Quellen, die nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind. Hierzu zählen Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft, Windenergie, Umgebungswärme, Erdwärme und Meeresenergie. Im Gegensatz dazu werden die herkömmlichen (fossilen) Energieträger wie Stein- und Braunkohle, Erdöl und Erdgas als erschöpfliche Energieträger bezeichnet. Am Netz der Schleswig-Holstein Netz AG, einer Tochter von HanseWerk, waren 2014 rund 32.000 Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung mit einer installierten Leistung von rund 5.700 MW angeschlossen.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist seit dem 1. April 2000 in Kraft und baut auf dem Stromeinspeisungsgesetz von 1991 auf. Ziel des EEG ist die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Das Gesetz ist der wichtigste Motor für die Energiewende und erfolgreichstes Instrument beim Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor. Die derzeitige Bundesregierung arbeitet gerade an einer möglichen Novelle des EEG.

Ersatzzahlung

Anlagenbetreiber, die ihren Strom aufgrund von Maßnahmen des Einspeisemanagements nicht in das Netz einspeisen konnten, müssen vom Netzbetreiber finanziell entschädigt werden. Diese Entschädigung nennt man Ersatzzahlung.

Erdgassteuer

Die Erdgassteuer ist eine Verbrauchssteuer, die auf den Einsatz von Erdgas zur Erzeugung von Nutzwärme und zum Antrieb von Fahrzeugen erhoben wird. Sie ist im Energiesteuergesetz festgelegt.

 

F

Frequenz/Netzfrequenz

In Europa wird zur elektrischen Energieversorgung mittels Wechselspannung eine Netzfrequenz von 50 Hertz verwendet. Damit die Frequenz stabil bleibt, muss das Gleichgewicht zwischen Produktion und Verbrauch elektrischer Leistung immer gegeben sein. Kommt es zu Abweichungen, führt dies zu einer Veränderung der Netzfrequenz. Sinkt oder steigt die Frequenz im Netz, können elektrische Geräte aber auch Generatoren beschädigt werden – im Extremfall kann es zu Stromausfällen kommen.

 

G

Grünstromprivileg

Stromversorger sind von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz teilweise befreit, wenn mindestens die Hälfte des an die Verbraucher gelieferten Stroms aus Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung stammt. Dies nennt man umgangssprachlich Grünstromprivileg. Im Rahmen der EEG-Novelle 2012 wurde die Ermäßigung auf 2 ct/kWh begrenzt und gleichzeitig vorgeschrieben, dass der Strom zu mindestens 20 Prozent aus Wind- und Photovoltaikanlagen stammen muss. Ziel des Grünstromprivilegs ist es, die Integration von Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung in den Strommarkt zu fördern und voranzutreiben. Das Grünstromprivileg wurde als wirtschaftlicher Anreiz zur Direktvermarktung von Energie aus regenerativen Quellen eingeführt.

Gasdruckregelanlage

Gasdruckregelanlagen haben die Aufgabe, im nachgeschalteten Teil der Leitungsanlage einen konstanten Gasdruck zu gewährleisten. Gasdruckregelung ist notwendig, da wegen unterschiedlicher Anforderungen der Privat- und Industrieverbraucher im Versorgungsnetz ein höherer schwankender Druck auftritt, als für die meisten Anlagen notwendig ist. HanseWerk betreibt selbst oder über ihre Tochtergesellschaften Schleswig-Holstein Netz und Hamburg Netz über 1.700 Gasdruckregelanlagen in Norddeutschland.

Gasleitung

Gasleitungen sind Rohrleitungen, die dem Transport von Erdgas und dessen Verteilung auf verschiedene Konsumenten dienen. Sie bestehen je nach Druckbereich aus Metall oder speziellen Kunststoffen.

Gasspüren

Während des alle zwei bis vier Jahre durchgeführten Abspürens kontrollieren HanseWerk und ihre Tochtergesellschaften ihre Gasleitungen auf Dichtheit. Beim Gasspüren laufen die Spezialisten die Leitungen mit einem Gasspürgerät ab, das direkt über den Boden geführt wird. Das hochsensible Gerät kann selbst geringste Gaskonzentrationen in der Umgebung einer Leitung erfassen. So können Störstellen bereits im Entstehen entdeckt und beseitigt werden, bevor größere Schäden auftreten können.

Gasströmungswächter

Ein Gasströmungswächter ist ein Bauteil einer Gasanlage, welches den Gasfluss sofort selbsttätig unterbricht, wenn die Gasleitung vorsätzlich oder versehentlich beschädigt wird. Dabei kommt es in der Gasleitung hinter dem Gasströmungswächter zu einem Druckabfall und damit zu einer Druckdifferenz auf beiden Seiten des Gasströmungswächters. Diese bewegt den Verschlussteller gegen eine Federkraft in den Ventilsitz und unterbricht damit die Gaszufuhr der nachfolgenden Leitungen. Seit dem Jahr 2000 baut die HanseWerk-Gruppe Gasströmungswächter in alle neu verlegten Hausanschlussleitungen ein, Vorschrift ist dies erst seit dem Jahr 2003. Bei der Sanierung von Hausanschlussleitungen werden diese Strömungswächter nachgerüstet.

Generator

Ein Generator wandelt mechanische Energie in elektrische Energie um. Eine Spule aus leitfähigem Material wird innerhalb eines Magnetfeldes so bewegt, dass sich der magnetische Fluss durch die Spule permanent ändert. Diese Änderung des Flusses induziert eine elektrische Spannung in der Spule, elektrische Leistung kann dem Generator entnommen werden.

Gleichrichteranlage

Eine Gleichrichteranlage formt ein- oder mehrphasigen Wechselstrom in Gleichstrom um.

Gleichstrom

Gleichstrom ist im Gegensatz zum Wechselstrom ein Strom mit gleichbleibender Stromrichtung. Die technische Stromrichtung ist vom Plus- zum Minuspol der antreibenden Spannungsquelle gerichtet. Gleichstrom wird beispielsweise von Batterien geliefert. Beim Transport über lange Strecken treten bei Gleichstromleitungen geringere Verluste als bei Wechselstromleitungen auf.

Grundlast

Grundlast nennt man die Netzbelastung, die während eines Tages in einem Stromnetz nicht unterschritten wird. Da der niedrigste Stromverbrauch meist nachts auftritt, wird die Höhe der Grundlast bestimmt von Industrieanlagen, die nachts produzieren, von der Straßenbeleuchtung sowie den Dauerverbrauchern in Haushalt und Gewerbe wie Kühlaggregate, Klimaanlagen oder elektrische Heizungen.

Gasanbieter

HanseWerk hat in ihrem Netzgebiet im Jahr 2013 bis zu 150 unterschiedlichen Gasanbietern diskriminierungsfreien Zugang zu ihren Netzen gewährt. Im Netzgebiet von Hamburg Netz waren es bis zu 184 und im Netzgebiet von Schleswig-Holstein Netz sogar bis zu 198 Anbieter.

Gaspreis

Der Gaspreis setzt sich aus mehreren Kostenbestandteilen zusammen. Für das Jahr 2013 gibt die Bundesnetzagentur die Zusammensetzung folgendermaßen an:

Grundpreis

Der Grundpreis beinhaltet in der Regel die Entgelte für die Zählermiete, die Abrechnung, die Aufwendungen für die Lieferbereitschaft und allgemeine Vertriebskosten. Der Grundpreis ist verbrauchsunabhängig.

 

H

Hertz

Hertz ist die physikalische Einheit der Frequenz. Sie gibt die Anzahl sich wiederholender Vorgänge pro Sekunde an.

Hochdruck

Der Druckbereich für Hochdruck liegt bei über 1 bar. HanseWerk betreibt selbst oder über ihre Tochtergesellschaften Schleswig-Holstein Netz und Hamburg Netz über 4.500 Kilometer Hochdruckgasleitungen in Norddeutschland.

Hochspannung

Hochspannung liegt zwischen 60 und 150 Kilovolt (kV) vor. Das 110-kV-Hochspannungsnetz dient zur Versorgung größerer Gebiete und Ballungszentren.

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)

Bei der Übertragung hoher Leistungen über weite Entfernungen kann der Einsatz von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen (HGÜ-Leitungen) sinnvoll sein, da bei ihnen geringere Verlustleistungen auftreten als bei traditionellen Drehstromübertragungssystemen (380 kV-Freileitungen). Allerdings sind die notwendigen Stromrichter – im Vergleich zu Wechselstromtransformatoren – sehr aufwendig und teuer. Deshalb wird die HGÜ-Technik, bis auf wenige Ausnahmen, auf direkte Verbindungen zwischen zwei Punkten beschränkt.

Höchstspannung

Höchstspannung liegt ab 150 Kilovolt (kV) vor. Das Höchstspannungsnetz mit einer Spannung von 220 bzw. 380 kV verteilt den Strom landesweit. Über dieses Leitungsnetz ist Deutschland auch mit dem europäischen Verbundnetz gekoppelt.

 

I

Intelligenter Zähler (smart meter)

Ein intelligenter Zähler, auch Smart Meter genannt, ist ein Zähler für Energie, der dem jeweiligen Anschlussnutzer den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit anzeigt und in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist.

Intelligentes Stromnetz (smart grid)

Als intelligentes Stromnetz (smart grid) bezeichnet man die Vernetzung von Stromerzeugern und -verbrauchern mittels modernster Informationstechnologien, um Produktion und Verbrauch – insbesondere von Strom aus erneuerbaren Energien – aufeinander abzustimmen. Das erste intelligente Stromnetz in Norddeutschland haben die Schleswig-Holstein Netz AG und ihre Forschungspartner für rund neun Millionen Euro auf der Nordseeinsel Pellworm errichtet.

 

K

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Unter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) versteht man die gleichzeitige Gewinnung von mechanischer Energie, meist als elektrischer Strom, und Wärme für Heizzwecke (Nah- oder Fernwärme) oder für Produktionsprozesse (Prozesswärme) in einem Heizkraftwerk. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung lässt sich die Energieausnutzung und damit der Nutzungsgrad der Heizkraftwerke entschieden erhöhen.

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) bildet die gesetzliche Grundlage für die Liberalisierung des Energiemarkts. Der Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung mit Elektrizität und Gas im Interesse aller Energiekunden.

Kommunalrabatt

Neben der Konzessionsabgabe ist auch die maximale Höhe des Kommunalrabatts in der Konzessionsabgabenverordnung (KAV) festgelegt. Netzbetreiber dürfen einer Kommune auf das Netzentgelt der gemeindeeigenen Anlagen einen Rabatt in Höhe von maximal 10 Prozent gewähren. Dieser Rabatt bezieht sich auf die Netzentgelte für Niederspannung (Strom) und Niederdruck (Gas).

Konzessionsabgabe

Die Konzessionsabgabe ist die vom Versorgungsunternehmen an die Gemeinde abzuführende Gebühr für das Wegenutzungsrecht öffentlicher Straßen, Wege und Plätze. Sie ist in der Konzessionsabgabenverordnung (KAV) geregelt. Die Höhe der Konzessionsabgabe richtet sich nach der Energieart (Strom oder Gas), der Größe der Gemeinde und der durchgeleiteten Energiemenge. Für die Berechnung der Konzessionsabgabe beim Gasnetz ist zusätzlich die vom Endkunden gewählte Vertragsart (Grundversorgung oder Sondervertrag) zu berücksichtigen.

Konzessionsabgabenverordnung (KAV)

Die Konzessionsabgabenverordnung (KAV) regelt die Zulässigkeit und Bemessung der Zahlung von Konzessionsabgaben der Energieversorgungsunternehmen im Sinne des § 2 Abs. 2 des Energiewirtschaftsgesetzes an Gemeinden und Landkreise. Grundlage für die Bemessung der Konzessionsabgabe ist dabei die Einwohnzahl der Gemeinde.

Konzessionsverfahren

Gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz sind auslaufende Wegenutzungsverträge zwei Jahre vor Ablauf im Bundesanzeiger bekannt zu machen. Danach können sich Netzbetreiber auf diese Verträge bewerben. Die Kommunen sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Konzessionen in einem transparenten und diskriminierungsfreien Verfahren zu vergeben.

Kilowatt

Watt ist die Einheit der elektrischen Leistung und wird gemessen in Energie pro Zeit. 1.000 Watt sind 1 Kilowatt.

Kilowattstunde

Wattstunde ist die Einheit der elektrischen Arbeit oder Energie und bezeichnet die Energiemenge, die bei einer Leistung von einem Watt innerhalb einer Stunde umgesetzt wird. 1.000 Wattstunden sind 1 Kilowattstunde.

 

L

Lastkurve

Die Lastkurve stellt den Bedarf an elektrischer Energie dar, der durch Faktoren wie Tag und Nacht, Wettereinflüsse, zeitlich unterschiedliche Anforderungen von Industrie und Gewerbe sowie durch den Bedarf der Haushalte ständig schwankt. Die Techniker in den Schaltzentralen der Netzbetreiber müssen bei Änderungen der Nachfrage umgehend reagieren, zum Beispiel Kraftwerke anfahren oder drosseln.

 

M

Mitteldruck

Mitteldruck liegt zwischen 0,1 und 1 bar vor. HanseWerk betreibt selbst oder über ihre Tochtergesellschaften Schleswig-Holstein Netz und Hamburg Netz über 8.800 Kilometer Mitteldruckgasleitungen in Norddeutschland.

Mittelspannung

Mittelspannung liegt zwischen 1 und 60 Kilovolt (kV) vor. Das Mittelspannungsnetz transportiert Strom mit Spannungen von zumeist 10, 20 oder 30 kV in Städten und Gemeinden auf Strecken im Bereich einiger Kilometer bis zu 100 km in ländlichen Bereichen.

 

N

n-1-Sicherheit (n minus 1)

Der Grundsatz der n-1-Sicherheit in der Netzplanung besagt, dass in einem Netz bei prognostizierten maximalen Übertragungs- und Versorgungsaufgaben die Netzsicherheit auch dann gewährleistet bleibt, wenn eine Komponente, etwa eine Gasdruckregelanlage, ein Transformator oder ein Stromkreis, ausfällt oder abgeschaltet wird. Das heißt, es darf in diesem Fall nicht zu unzulässigen Versorgungsunterbrechungen oder einer Ausweitung der Störung kommen. Außerdem muss die Spannung innerhalb der zulässigen Grenzen bleiben und die verbleibenden Betriebsmittel dürfen nicht überlastet werden.

Nettostromerzeugung

Die Nettostromerzeugung ist die Differenz aus der Bruttostromerzeugung und dem Eigenverbrauch der Kraftwerke.

Netzanschlussvertrag

Der Netzanschlussvertrag zwischen dem Anschlussnehmer und dem örtlichen Netzbetreiber regelt die technische Anbindung der Verbrauchsstelle an das Elektrizitätsversorgungsnetz sowie die Rechte und Pflichten der Vertragspartner.

Netzbetreiber

In Deutschland gibt es rund 890 Betreiber von Strom- und 730 Betreiber von Gasnetzen. Zum Vergleich: In Großbritannien gab es 2010 nur sieben und in Frankreich 158 Stromnetzbetreiber, wodurch der volkswirtschaftliche Aufwand reduziert wird. Viele Lieferanten von Strom und Gas beklagen beispielsweise den mit der Zersplitterung der Netzlandschaft verbundenen Verwaltungsaufwand, da sie mit jedem einzelnen Netzbetreiber Durchleitungsverträge schließen müssen. Dies bedeutet insbesondere für bundesweit tätige Energiediscounter erhebliche Mehrkosten.

Netzentwicklungsplan (NEP)

Der Netzentwicklungsplan (NEP) soll die zu erwartende Entwicklung der deutschen Strominfrastruktur für die nächsten zehn Jahre abbilden. Darüber hinaus soll er konkrete Empfehlungen für den Aus- und Neubau der Strom- und Gastransportnetze in Deutschland enthalten. Der Netzentwicklungsplan wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern 50Hertz Transmission, Amprion, TenneT TSO und TransnetBW gemeinsam erstellt.

Netznutzungsentgelt

Netznutzungsentgelte für die Nutzung von Strom- oder Gasnetzen werden von den Netzbetreibern erhoben und zur Abdeckung der Kosten für den Erhalt und den Ausbau der Stromnetze verwendet. Netzbetreiber können ihre Netznutzungsentgelte nicht willkürlich festlegen, sondern müssen diese von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen.

Niederdruck

Niederdruck liegt bis 0,1 bar vor. In Norddeutschland betreibt HanseWerk selbst oder über ihre Tochtergesellschaften Schleswig-Holstein Netz und Hamburg Netz über 13.200 Kilometer Niederdruckgasleitungen.

Niederspannung

Niederspannung liegt bis zu 1 Kilovolt (kV) vor. Das Niederspannungsnetz ist die unterste Verteilebene des Stromnetzes, über die der Strom zu den Haushalten transportiert wird.

 

O

Ortsnetzstation

Ortsnetzstationen verbinden das Mittelspannungsnetz mit dem Niederspannungsnetz, über das die einzelnen Haushalte versorgt werden. In ihnen befinden sich Transformatoren, die die Mittelspannung in Niederspannung mit 400 Volt umwandeln. Im Rahmen der Energiewende übernehmen diese Stationen auch die Aufgabe, regenerativen Strom – zum Beispiel aus Solaranlagen – in das Mittelspannungsnetz zu übertragen.

 

Ö

Ökostrom

Ökostrom (auch Grünstrom) ist Strom, der ausschließlich aus regenerativen Energiequellen erzeugt wird. Dazu gehören zum Beispiel Windenergieparks, Photovoltaikanlagen, Biogaskraftwerke und Wasserkraftwerke. Im Jahr 2013 konnten ca. 23 Prozent des gesamten Strombedarfs in Deutschland aus regenerativen Energiequellen gedeckt werden.

 

P

Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen)

Eine Photovoltaik-Anlage, auch PV-Anlage genannt, wandelt einen Teil der Lichtstrahlung der Sonne in Strom um. Herzstück jeder Solarzelle ist ein Halbleiter, meist Silizium. Eine größere Solarstromanlage nennt man Solarkraftwerk.

Power-to-Gas-Technologie

Mit Hilfe der Power-to-Gas-Technologie lässt sich Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff oder synthetisches Erdgas umwandeln und im Erdgasnetz speichern. Es ist eine Möglichkeit, um große Mengen Strom aus erneuerbaren Energien langfristig zu speichern und über große Strecken zu transportieren. Große Forschungsprojekte zur Weiterentwicklung dieser Technologie führt beispielsweise die E.ONGruppe in Brandenburg und HanseWerk in Hamburg durch.

Primärenergie

Energieträger in ihrer natürlichen PrimärenergieForm sind Primärenergien. Hierzu zählen Erdöl, Erdgas, Kohle, Solarenergie, Wasserkraft und Windenergie. Werden die Primärenergien in eine andere Energieform – beispielsweise Strom oder Heizwärme – umgewandelt, entstehen sogenannte Sekundärenergien.

 

Q

Qualitätsregulierung

Um Qualitätseinbußen in Folge des gesteigerten Kostendrucks zu verhindern, hat die Bundesnetzagentur 2012 die Anreizregulierung um die Einführung des Qualitätelements erweitert. Auf diese Weise fließen in die Berechnung der Erlösobergrenzen – und somit auch der Netzentgelte – unter anderem auch die Aspekte Netzzuverlässigkeit und -leistungsfähigkeit sowie die Dauer von Ausfallzeiten mit ein.

 

R

Regelenergie

Als Regelenergie wird die vom Netzbetreiber aufzuwendende Energie bezeichnet, die erforderlich ist, um Abweichungen von Fahrplänen auszugleichen. Die Regelenergie wird von kurzfristig bereitstehenden Kraftwerken (Gaskraftwerke, Pumpspeicherkraftwerke) oder durch Zukauf abgerufen. Dafür sind die vier Betreiber der Höchstspannungsnetze (Übertragungsnetzbetreiber) 50Hertz Transmission, Amprion, TenneT TSO und TransnetBW verantwortlich.

Repowering

Der Begriff Repowering wird zumeist im Zusammenhang mit Windkraftanlagen verwendet. Um den Wirkungsgrad von Anlagen zu steigern, werden ältere Anlagen durch neue, leistungsstärkere Anlagen ersetzt.

 

S

Sekundärenergie

Sekundärenergie ist die Energie, die durch die Umwandlung von Primärenergie entsteht. Die häufigste Art von Sekundärenergie ist Elektrizität, aber auch Heizöl oder Fernwärme gehören zu den sekundären Energieträgern. Erst die Sekundärenergie ist als Endenergie vom Verbraucher nutzbar.

Solarthermie

Unter Solarthermie versteht man die Umwandlung der Sonnenenergie in nutzbare Wärmeenergie. Im privaten Bereich wird Solarthermie vorrangig für das Heizsystem eines Gebäudes und/oder die Warmwasser-Aufbereitung genutzt.

Solarthermisches Kraftwerk

Solarthermische Kraftwerke nutzen die Sonne als Primärenergie, um damit ein thermisches Kraftwerk zu betreiben. Dabei wird die Solarstrahlung mit konzentrierenden Spiegeln gebündelt und in thermische Energie umgewandelt. Dabei entsteht ausreichend Wärme, um konventionelle Dampfturbinen oder Stirlingmotoren zur Stromerzeugung anzutreiben.

Stromkennzeichnung

Stromhandelsunternehmen sind in Deutschland verpflichtet, durch die Stromkennzeichnung ihren Kunden die Zusammensetzung des von ihnen angebotenen Stroms (nach Erzeugungsarten) auf Rechnungen, in Werbematerialien sowie auf ihrer Website anzugeben.

Synthetisches Erdgas

Synthetisches Erdgas ist ein Erdgassubstitut, das künstlich hergestellt wird. Um Erdgas ersetzen zu können, muss das synthetische Erdgas diesem in seiner Zusammensetzung und seinen Eigenschaften möglichst weitgehend entsprechen.

Spitzenlast

Als Spitzenlast wird die Höchstbelastung eines Strom- oder Gasnetzes während der größten Nachfrage innerhalb eines Zeitabschnittes (Tag, Jahr) bezeichnet. Im Auftrag der Schleswig-Holstein Netz AG hat die Künstlergruppe Art-Efx diese Ortsnetzstation in Risum-Lindholm und rund 280 weitere in ganz Schleswig-Holstein verschönert.

Strom

Als Strom wird in der Elektrotechnik allgemein jede gerichtete Bewegung von elektrischen Ladungsträgern bezeichnet. Die Stromrichtung wurde in der Technik willkürlich festgelegt und verläuft vom Pluspol zum Minuspol einer Stromquelle. Da in elektrischen Leitern der Ladungstransport auf der Bewegung von Elektronen beruht, ist die physikalische Stromrichtung der technischen Stromrichtung entgegengesetzt.
Bewegen sich die Ladungsträger konstant in eine Richtung wird von Gleichstrom gesprochen, ändert sich die Richtung dagegen periodisch, liegt Wechselstrom vor. Ursache für das Fließen eines elektrischen Stroms ist eine unterschiedliche Spannung zwischen zwei Punkten.

Stromanbieter

Die HanseWerk-Tochter Schleswig-Holstein Netz AG hat in ihrem Netzgebiet im Jahr 2013 bis zu 277 unterschiedlichen Stromanbietern diskriminierungsfreien Zugang zu ihren Netzen gewährt.

Strompreis

Der Strompreis setzt sich aus mehrere nKosten Bestandteilen zusammen. Für das Jahr 2013 gibt die Bundesnetzagentur die Zusammensetzung folgendermaßen an:

Stromsteuer

Die Stromsteuer ist eine Verbrauchssteuer, die im Falle der Entnahme von Strom aus dem Versorgungsnetz zum Verbrauch oder im Falle des Verbrauchs selbst erzeugten Stroms anfällt. Sie ist im Stromsteuergesetz festgelegt.

 

T

Transformator

Ein Transformator ist ein elektromagnetisches Bauteil, welches Wechselstrom auf ein anderes Niveau von elektrischer Spannung und Stromstärke bringen kann. Das Grundprinzip ist, dass mit einem Elektromagneten (meist einer Spule auf einem Eisenkern) ein in Richtung und Stärke wechselndes Magnetfeld erzeugt wird, welches in einer zweiten Spule (oder in mehreren Spulen) andere Spannungen und Ströme induzieren kann. Es ist möglich, auf diese Weise eine niedrigere oder höhere Spannung als die Primärspannung zu erhalten; das Spannungsverhältnis wird im Wesentlichen durch das Verhältnis der Windungszahlen der beteiligten Spulen bestimmt.

 

U

Umspannwerk

Umspannwerke sind die Verbindungsanlagen zwischen den verschiedenen Spannungsebenen in der Stromversorgung. Mittels großer Transformatoren wird in diesen Anlagen zum Beispiel Hochspannung in Mittelspannung umgewandelt und über Schaltanlagen in die einzelnen Leitungsabschnitte eingespeist. Im Rahmen der Energiewende fällt ihnen eine besondere Bedeutung zu, da sie den regenerativ erzeugten Strom aus der Region auf die nächst höhere Spannungsebene anheben und ihn in die überregionalen Netze einspeisen.

Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage)

Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) ist der Teil des Strompreises, der vom Endverbraucher für die Förderung Erneuerbarer Energien zu entrichten ist. Zur Bestimmung der EEG-Umlage müssen die Übertragungsnetzbetreiber die Entwicklung der aus Erneuerbaren Energien gewonnenen Strommengen und deren Vergütung für das jeweilige Folgejahr prognostizieren.

Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-Umlage)

Die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-Umlage) ist ein Aufschlag auf den Strompreis pro verbrauchter Kilowattstunde. Sie dient der Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die gleichzeitig Energie und Wärme erzeugen. Die KWK-Umlage ist im Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz festgelegt.

Umlage nach § 19 StromNEV

Nach der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) können Letztverbraucher ein individuelles Netzentgelt gemäß § 19 Abs. 2 Satz 1 bzw. Satz 2 StromNEV beantragen. Die Betreiber von Übertragungsnetzen sind verpflichtet, entgangene Erlöse, die aus individuellen Netzentgelten resultieren, nachgelagerten Betreibern von Elektrizitätsverteilernetzen zu erstatten. Die Übertragungsnetzbetreiber haben diese Zahlungen sowie eigene entgangene Erlöse untereinander auszugleichen. Die entgangenen Erlöse werden als Aufschlag auf die Netzentgelte (Umlage nach § 19 StromNEV) anteilig auf alle Letztverbraucher umgelegt.

Umlage nach Offshore-Haftung

Mit der Offshore-Haftungsumlage werden Risiken der Anbindung von Offshore- Windparks an das Stromnetz abgesichert. Die Netzbetreiber sind nach § 17 f Abs. 5 EnWG berechtigt, die Kosten für geleistete Entschädigungszahlungen, soweit diese dem Belastungsausgleich unterliegen und nicht erstattet worden sind, und für Ausgleichszahlungen als Aufschlag auf die Netzentgelte gegenüber Letztverbrauchern geltend zu machen.

Unbundling

Das sogenannte Unbundling sieht die staatlich geforderte Trennung von Netz und Vertrieb vor. Danach dürfen Netzbetreiber – anders als früher – nicht gleichzeitig auch Strom und Gas verkaufen. Ziel dieser staatlichen Vorgabe ist es, vergleichbare Wettbewerbsbedingungen für alle Energiemarktteilnehmer zu schaffen. Daher enthält das EnWG eine Regelung zur Unternehmensstruktur der Energieversorgungsunternehmen. Die Bereiche Energieerzeugung, Netzbetrieb und Energievertrieb sind jeweils eigenständig zu organisieren. Werden mehr als 100.000 Kunden versorgt, sind sogar rechtlich selbstständige Unternehmen erforderlich. So wird sichergestellt, dass jeder vom Kunden ausgewählte Energieanbieter zu gleichen Bedingungen die Energienetze nutzen und kein Anbieter vom Netzbetreiber diskriminiert werden kann. Weder der Netzbetreiber HanseWerk noch ihre Tochtergesellschaften Schleswig-Holstein Netz und Hamburg Netz verkaufen Strom oder Gas.

 

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Verkabelung

Im Niederspannungsbereich liegen fast 100 Prozent der Stromleitungen unter der Erde. Durch umfangreiche Verkabelungsmaßnahmen im Mittelspannungsbereich hat die HanseWerk-Tochter Schleswig-Holstein Netz AG bereits über 90 Prozent ihrer Mittelspannungsleitungen verkabelt – jedes Jahr kommen mehrere dutzend Kilometer neuer Erdkabel hinzu. Im Bereich der Hoch- und Höchstspannungsleitungen gibt es in Schleswig-Holstein bislang nur ein Erdkabel, das 2013 zwischen Marne und Dieksanderkoog in Betrieb genommen wurde. 2014 wird ein zweites Kabel zwischen Jardel und und Weesby in Betrieb genommen werden.

Versorgungssicherheit

Die Versorgungssicherheit beschreibt den Anspruch der Kunden auf eine unterbrechungsfreie Energieversorgung. Durch vertragliche Regelungen sind die Verantwortungsbereiche für Netzbetreiber und Energielieferanten festgelegt. Dabei ist der Netzbetreiber für den ordnungsgemäßen Betrieb seines Netzes und somit für die Versorgungssicherheit zuständig. Im Falle von Störungen der Stromversorgung ist der Netzbetreiber erster Ansprechpartner für den Kunden.

Volt

Volt ist die Einheit der elektrischen Spannung. 1.000 Volt sind 1 Kilovolt (kV).

Vertragslaufzeit

Wegenutzungsverträge haben gemäß Energiewirtschaftsgesetz eine maximale Laufzeit von 20 Jahren. Kürzere Laufzeiten von zehn Jahren sind aber inzwischen durchaus üblich.

Vermiedene Netzentgelte

Die sogenannten vermiedenen Netzentgelte werden an Betreiber von dezentralen Stromerzeugungsanlagen – wie beispielsweise Windkraft- und Photovoltaikanlagen – gezahlt. Bei Anlagen, die nach dem EEG gefördert werden, ist das vermiedene Netzentgelt Bestandteil der Einspeisevergütung. Hintergrund für die Einführung der vermiedenen Netzentgelte war die Annahme des Gesetzgebers, dass durch die Energiewende und den Wechsel von wenigen Großkraftwerken hin zu vielen kleinen, dezentralen Kraftwerken weniger Stromnetze benötigt und somit die Netzkosten (Netzentgelte) gesenkt würden. Der erzeugte Strom würde nicht mehr auf der höchsten Spannungsebene eingespeist und dann bis auf die niedrigste Spannungsebene heruntertransformiert werden müssen, sondern er würde gleich auf der niedrigsten Spannungsebene eingespeist und von den ans regionale Verteilnetz angeschlossenen Verbrauchern direkt vor Ort verbraucht werden. Mittlerweile hat sich allerdings erwiesen, dass mit dem Ausbau der dezentralen Erzeugungsanlagen die Netze nicht ent- sondern vielmehr belastet werden und erhebliche Investitionen zum Ausbau nicht nur der überregionalen Transport-, sondern auch der regionalen Verteilnetze notwendig sind. Die vermiedenen Netzentgelte belasten die Stromkunden in Regionen mit viel dezentraler Erzeugung, da dort ein umfangreicher Netzausbau nötig ist und die Netzkosten – und somit die vom Verbraucher zu zahlenden Netzentgelte – steigen. Um diese Schieflage zu beheben, setzen sich die betroffenen Netzbetreiber daher für die Abschaffung der vermiedenen Netzentgelte für Windkraft- und Photovoltaikanlagen ein. Auch die Bundesnetzagentur stellt die Sinnhaftigkeit der vermiedenen Netzentgelte für Windkraft- und Photovoltaikanlagen in Frage und sieht eine breite Zustimmung für deren Abschaffung. Die EEG-Vergütung bleibt davon unberührt.

 

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Wasserkraft

In Deutschland werden zwei Arten von Wasserkraftanlagen zur Stromerzeugung eingesetzt: Laufwasser- und Speicherkraftwerke. Laufwasser-Kraftwerke werden im kontinuierlichen Betrieb eingesetzt. In Speicher-Kraftwerken hingegen wird das in hochgelegenen Seen, Talsperren oder Speicherbecken gesammelte Wasser bei starkem Strombedarf zusätzlich zur Abdeckung der Spitzenlast eingesetzt. Eine besondere Form der Speicher-Kraftwerke sind die Pumpspeicher-Kraftwerke. Hier wird in Zeiten schwachen Bedarfs konventionell erzeugter Überschussstrom verwendet, um Wasser in hochgelegene Speicher zu pumpen und damit ausschließlich in Spitzenlastzeiten wieder Strom zu erzeugen. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten gibt es in Norddeutschland nur ein Pumpspeicherwerk in Geesthacht an der Elbe.

Wechselstrom

Wechselstrom ist elektrischer Strom, dessen Stärke und Richtung sich periodisch – im Idealfall sinusförmig – mit der Zeit ändern. Die Anzahl der Wechsel innerhalb einer Sekunde nennt man Frequenz und wird in Hertz (Hz) angegeben. Wechselströme entstehen primär durch Induktion im elektrischen Generator. Die Wechselstromnetze in Deutschland werden mit einer Frequenz von 50 Hz betrieben.

Wegenutzungsvertrag

Der Wegenutzungsvertrag ist die Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Kommune und Netzbetreiber. Mit einem Wegenutzungsvertrag räumt eine Gemeinde einem Netzbetreiber das Recht ein, die Einwohner mit leitungsgebundener Energie zu versorgen und zu diesem Zweck Leitungen in Straßen, Wegen und Plätzen zu verlegen und diese zu betreiben. Als Gegenleistung erhält die Kommune eine Konzessionsabgabe. Zudem werden in dem Wegenutzungsvertrag weitere Rechte und Pflichten der Vertragspartner festgehalten, z. B. die Zahlung eines Kommunalrabatts.

Windkraftanlage

Windkraftanlagen sind Anlagen zur Umwandlung von Windenergie in elektrische Energie. Die Windenergie setzt den Rotor der Windkraftanlage in Bewegung. Der Rotor ist an einer Welle befestigt. Mit Hilfe eines Getriebes wird die Drehung des Rotors auf einen Generator übertragen, der dann Strom erzeugt.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis von abgegebener und aufgenommener Leistung in einem Energieumwandlungsprozess. Er ist ein Maß für die Energieeffizienz und für den notwendigen Brennstoffeinsatz.

 

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Zersplitterung

Großflächige Strom- und Gasnetze lassen sich einfacher und wirtschaftlicher betreiben, da so viele Synergien – beispielsweise durch den Betrieb einer einzigen Netzleitstelle - gehoben werden können. Hinzu kommt, dass sich die bestehenden Strukturen der Strom- und Gasnetze zumeist an technisch-physikalischen Rahmenbedingungen orientieren. Das Herauslösen von Netzteilen entlang von Ortsgrenzen führt deshalb nicht zu einer Verbesserung der Versorgungssicherheit und zudem zu zusätzlichen Kosten – beispielsweise durch zusätzliche Koordinationsaufgaben für Bereitschaftsdienste oder den notwendigen Einbau von zusätzlichen Messanlagen.

 

FAQ