In Deutschland können derzeit rund 130 Einspeiseanlagen pro Stunde über 81.000 Kubikmeter auf Erdgasqualität aufbereitetes Bio-Erdgas ins Erdgasnetz einspeisen. Das entspricht auf das Jahr 2013 hochgerechnet rund 665 Millionen Kubikmetern. 27 weitere Anlagen befinden sich derzeit im Bau, weitere 33 in Planung. Von Bio-Erdgas spricht man, wenn (Roh-) Biogas nach der Aufbereitung die gleichen Eigenschaften wie Erdgas erhält und ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Es kann zu 100 Prozent oder in jedem Mischungsverhältnis mit Erdgas zur Verstromung, im Wärmemarkt oder als Kraftstoff eingesetzt werden.

Bio-Erdgas ist erneuerbar, speicherbar und flexibel einsetzbar. Es kann in der Stromerzeugung regelbar eingesetzt werden und steht aus Vergärungsanlagen ganzjährig zur Verfügung. Bio-Erdgas hat eine sehr gute Ökobilanz und kann – analog zu Erdgas – in die bestehende, gut ausgebaute Erdgasinfrastruktur eingespeist, gespeichert und genutzt werden.

Der Beitrag von (Roh-)Biogas aus ca. 7.700 Anlagen mit Direktverstromung vor Ort sowie aufbereitetem Bio-Erdgas an der Stromerzeugung stieg 2013 auf fast 28 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht 4,4 Prozent an der Bruttostromerzeugung und ist somit nahezu so hoch wie der Anteil der Photovoltaik. In der Wärmebereitstellung lieferten Biogas und Bio-Erdgas 2013 fast zwölf Milliarden Kilowattstunden. Die rund 100.000 Erdgasfahrzeuge in Deutschland können bereits an jeder dritten von über 900 Erdgastankstellen Bio-Erdgas als Beimischung und an 180 Tankstellen 100-prozentiges Bio-Erdgas tanken. Insgesamt wurden 2013 rund 400 Millionen Kilowattstunden Bio-Erdgas als Kraftstoff eingesetzt.
Biogas und Bio-Erdgas haben einen Anteil von drei Prozent am deutschen Primärenergieverbrauch.

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In einem neuartigen Verfahren speist HanseWerk Natur Biogas aus einer Müllverbrennungsanlage in das Gasnetz ein. Das Biogas, das in Rostock bei der Müllverbrennung entsteht, wird zum Teil für den Betrieb zweier Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Der andere Teil wird in einer sogenannten alkalischen Aminwäsche sowie durch nachgelagerte biologische Entschwefelung so aufbereitet, dass es in Erdgasqualität in das Netz eingespeist werden kann.

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