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40 Jahre Stromversorgung Hallig Gröde

22.06.2016

Amtsvorsteher Matthias Piepgras, Bürgermeister Volker Mommsen und Vorstand Matthias Boxberger begehen Jubiläum mit einer Feierstunde.

Vor 40 Jahren hat die Schleswag, ein Vorgängerunternehmen von Schleswig-Holstein Netz (SH Netz), Hallig Gröde über ein 4,4 Kilometer langes Seekabel an das Stromversorgungsnetz des Festlands angeschlossen. Amtsvorsteher Matthias Piepgras, Bürgermeister Volker Mommsen und Matthias Boxberger, Vorstand von SH Netz, haben dieses Jubiläum heute gemeinsam mit den neun Bewohnerinnen und Bewohnern von Hallig Gröde im Rahmen einer Feierstunde begangen.

Verlegung des Seekabels in 1976

Am 20. August 1976 wurde Gröde als letzte der ständig bewohnten und bewirtschafteten Halligen an das Stromversorgungsnetz des Festlands angeschlossen. Den Anstoß für die Verlegung gab der Wasserbeschaffungsverband Nord, der den Bau einer Trinkwasserleitung nach Gröde plante. In der Kooperation wurde es wirtschaftlich sinnvoll, zusammen mit der Trinkwasserleitung auch ein Seekabel nach Hallig Gröde zu legen. Außerdem beteiligten sich das Land Schleswig-Holstein sowie der Kreis Nordfriesland finanziell an der Verlegung der beiden Versorgungsleitungen.

Anders als bei den anderen Halligen führt die Kabeltrasse nach Hallig Gröde über festes Sandwatt, das mit schweren Maschinen befahren werden konnte. Daher konnte erstmals ein Seekabel im nordfriesischen Wattenmeer grabenlos verlegt werden. Bei Flut bewegten Schlepper den Ponton mit Materialien und Maschinen; bei Ebbe pflügten die Verlegemaschinen das Kabel in rund 70 Zentimetern Tiefe ein. Nur die Montage der Verbindungsmuffen erfolgte gezeitenunabhängig in hochwassersicheren Zelten auf 2,5 Meter hohen Stahlgerüsten.

Investitionen in 2015

In 2015 hat SH Netz zur Erhöhung der Versorgungssicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner von Hallig Gröde 150.000 Euro in die Erneuerung der beiden Ortsnetzstationen in Ockholm-Süderdeich und auf Hallig Gröde sowie 80.000 Euro in die sogenannte Impfung des Seekabels mit Silikon investiert. Hierdurch wird die Störanfälligkeit des Seekabels minimiert.

Zudem sind die beiden neuen Ortsnetzstationen für die besondere Stromnetzsituation auf Hallig Gröde maßgeschneidert. So ist die Ortsnetzstation in Ockholm-Süderdeich mit zwei anstatt nur einem Transformator ausgestattet und kann aus der Netzleitstelle in Rendsburg ferngesteuert werden. Durch den zusätzlichen Transformator wirkt die Station wie ein Trenntrafo. Die Spannung wird in der Station von 20.000 auf 10.000 Volt transformiert. Mögliche Spannungsschwankungen im Mittelspannungsnetz auf dem Festland werden auf diese Weise nur sehr gedämpft auf das Seekabel übertragen, wodurch sich dessen Lebensdauer deutlich erhöht.

Die neue Ortsnetzstation auf Hallig Gröde wiederum ist hochwassersicher, d.h. auf einem rund drei Meter erhöhten Fundament, gebaut.

Sollte es dennoch zu einem Stromausfall kommen, steht auf Hallig Gröde ein Notstromaggregat bereit, das die Grundversorgung aufrechterhält.

Jährliche Kontrolle des Seekabels

Das Seekabel nach Hallig Gröde wird routinemäßig einmal im Jahr kontrolliert. Dabei überprüft SH Netz, ob die Leitung noch in der vorgeschriebenen Tiefe liegt, oder ob sie von den Gezeiten und Stürmen freigespült worden ist. Zum Einsatz kommen bei der Prüfung ein Kabelsuchgerät mit Tiefenmesser sowie ein GPS-Gerät. Die Termine für die Leitungsbegehung richten sich nach dem Tidenkalender. Begehungen sind aufgrund der Witterung nur zwischen Ende Mai und Anfang September möglich. In diesem Jahr ist die Begehung für den 11. Juli geplant.

Sollten bei der Begehung Freispülungen entdeckt werden, werden die GPS-Koordinaten festgehalten und die Stelle gegebenenfalls mit einer Boje markiert. Nach Prüfung der Gesamtleitung werden die betroffenen Leitungsabschnitte wieder in der richtigen Tiefe verlegt. Diese Arbeiten finden von der MS Catjan aus statt, die sich bei Ebbe trockenfallen lässt. Mit Schiffseigner Jan Christiansen von Jan Christiansen Frachtschifffahrt arbeitet die SH Netz AG seit vielen Jahren zuverlässig zusammen.

Derzeit testet SH Netz in Abstimmung mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Schleswig-Holstein eine Befliegung zur Kontrolle der Stromleitungen, um das Betreten sensibler Bereiche im Wattenmeer zu vermeiden beziehungsweise den Turnus des Betretens zu strecken.