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Ausgleich für schwankende Erzeugung von Wind- und Sonnenstrom: HanseWerk Natur schließt 70 BHKW zu Virtuellen Kraftwerken zusammen

27.05.2016

Strom für 40.000 Haushalte möglich – Hoher Biogasanteil bei der Erzeugung.

Der Energiedienstleister HanseWerk Natur hat rund 70 Blockheizkraftwerke (BHKW) zu zwei Virtuellen Kraftwerken zusammengeschlossen. Diese verfügen über eine Gesamtleistung von 29 Megawatt und sind damit theoretisch in der Lage, Strom für mehr als 40.000 Haushalte zu erzeugen. Die in den Virtuellen Kraftwerken zusammengeschalteten BHKW verteilen sich vor allem auf Hamburg und Schleswig-Holstein.

„Dezentral gesteuerte Virtuelle Kraftwerke sind die Kraftwerke der Zukunft. Sie versorgen einerseits hocheffizient ihren jeweiligen Nahbereich mit Strom und Wärme – andererseits wirken sie im Zusammenschluss  überregional wie ein einziges Kraftwerk auf das Stromnetz und helfen, dieses zu stabilisieren“, erläutert Thomas Baade, technischer Geschäftsführer von HanseWerk Natur. „Virtuelle Kraftwerke ermöglichen somit den flexiblen  Übergang von den Großkraftwerken der Vergangenheit in die neue Welt der Erneuerbaren Energien, die auf vielen dezentralen und intelligent vernetzten Kleinkraftwerken basiert.“

Rund ein Drittel der bei Hansewerk Natur zusammengeschlossenen Blockheizkraftwerke laufen bereits auf Biogasbasis oder sind sogenannte Hocheffizienzkraftwerke, die mittels moderner Hochtemperatur-Wärmepumpen einen Gesamtwirkungsgrad von fast 99 Prozent erzielen. „Unsere Zukunftskraftwerke verbindet zwei wesentliche Vorteile im Sinne der Energiewende: Sie sind aufgrund ihrer hohen Flexibilität sehr gut geeignet, die schwankende Stromerzeugung der Windkraft- oder Photovoltaikanlagen auszugleichen“, sagt Thomas Baade. Hierzu wurde jeweils ein Kraftwerkspool in den Zonen der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und 50 Hertz gebildet und auf jetzt 70 Kraftwerke erweitert.

„Gleichzeitig haben wir für die Kraftwerke eine Leittechnik entwickelt, die die Effizienz erheblich steigert und den täglichen Betrieb erleichtert, da sie eine zentrale und dauerhaft besetzte Netzleitstelle zur Steuerung der Anlagen überflüssig macht“, so Thomas Timm von HanseWerk Natur. Gesteuert und überwacht werden alle Teilanlagen mit ausgereifter Steuerungs- und Leittechnik. „Aufgrund der modular und flexibel einsetzbaren Steuerungstechnologie genügt uns ein DSL-Anschluss an der jeweiligen Erzeugungsanlage, um diese in unsere Virtuellen Kraftwerke einzubinden“, erläutert Thomas Timm.

Sowohl die einzelnen nicht besetzten Kraftwerke, als auch das gesamte automatisierte Störungsmanagement der HanseWerk Natur werden über ein VPN-Netzwerk fernüberwacht und gesteuert. Die Mitarbeiter im Bereitschaftsdienst der HanseWerk Natur erhalten im Störungsfall Nachrichten ohne Zeitverzug automatisch per SMS und Klartext auf ihr Smartphone. Über das VPN können die Techniker dann von jedem Ort auf die Leittechnik zugreifen und die Störung beheben. Die Poolsteuerung kann flexibel in die Leittechnik eingegeben werden. Die vermarkteten Zeitscheiben können, für z.B. eine geplante Wartung eines BHKW, individuell in eine Wartungsmatrix eingegeben werden.

Das Besondere am „Virtuellen“ Kraftwerk von HanseWerk Natur ist, dass die BHKW nicht abgeschaltet werden. Durch die Größe des Wärmenetzes und vorhandener Wärmespeicher sowie durch die Modulation der BHKW zwischen 60 und 100 Prozent der installierten elektrischen Leistung, kann ein weiterer Betrieb erfolgen. Damit ist sichergestellt, dass die an den BHKW angeschlossenen Haushalte auch bei gleichzeitiger Bereitstellung von Regelenergie weiterhin zuverlässig mit Wärme versorgt werden können. Ziel ist es, auf diese Weise einen Beitrag zur notwendigen Netzstabilität in den Übertragungsnetzen zu leisten.

Weitere Hintergrundinformationen des Bundeswirtschaftsministeriums zum Thema Virtuelles Kraftwerk finden Sie hier:
https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2015/13/Meldung/direkt-erklaert.html