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Baggerschäden sind vermeidbar

28.12.2016

Hamburg Netz weist Tiefbaufirmen auf Verpflichtung zur Einholung von Leitungsplänen hin.

Um Schäden an Versorgungsleitungen für Strom, Gas, Wasser, Wärme und Kommunikation zu vermeiden, ist jedes Bauunternehmen verpflichtet, sich rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten bei den zuständigen Netzbetreibern über die Lage der im Arbeitsbereich befindlichen Versorgungsanlagen zu informieren. Von der Hamburg Netz GmbH (HH Netz) erhalten die Firmen dazu Lagepläne mit den eingezeichneten Erdgasleitungen. Durch Probeaufgrabungen ist außerdem sicherzustellen, dass die Versorgungsleitungen bei den eigentlichen Tiefbauarbeiten nicht beschädigt werden. In Zweifelsfällen kann ein Projektleiter von HH Netz hinzugezogen werden, der vor Ort eine Einweisung vornimmt.

HH Netz unterhält in Hamburg zirka 7.300 Kilometer Erdgasleitungen mit 150.000 Hausanschlüssen. Für alle diese Leitungen liegen digitale Lagepläne vor, in die Veränderungen und neue Leitungen ständig aktuell nachgetragen werden. „Wir bei Hamburg Netz erhalten jährlich rund 12.000 Leitungsanfragen zu Baumaßnahmen auf öffentlichen und privaten Grundstücken“, sagt Michael Dammann, Leiter Netzdienste der Hamburg Netz GmbH. „Das heißt, dass täglich an vielen verschiedenen Stellen im Umfeld unserer Gasleitungen gearbeitet wird. Die entsprechenden Rückmeldungen geben keinen Hinweis auf Probleme bei der Qualität unserer Leitungsdokumentation. Auch unsere eigenen Ausbauarbeiten an unserem Gasnetz bestätigen diese Einschätzung.“

Sollen Erdbaumaschinen in der Nähe von Versorgungsleitungen eingesetzt werden, müssen Tiefbauer diese aus Sicherheitsgründen zunächst per Handschachtung orten. Sollte dabei einmal eine Versorgungsleitung trotz Lageplänen nicht zu finden sein, darf die Tiefbaufirma nicht weiterarbeiten, sondern muss HH Netz kontaktieren, damit eine Projektleitung die Tiefbauer vor Ort persönlich über die Lage der Versorgungsleitungen informieren kann. Solche Lageungenauigkeiten können entstehen, wenn zum Beispiel Grundstücksgrenzen oder die Bebauung verändert werden, ohne dass es den Netzbetreibern angezeigt wird.

Pro Jahr kommt es in Hamburg zu rund 200 kleineren und größeren Beschädigungen von Gasleitungen durch Baumaßnahmen. Eine Auswertung der Schäden ergab, dass alleine bei über der Hälfte der Schäden gar keine Lagepläne auf der Baustelle vorlagen. „Deshalb möchten wir hier noch einmal darauf hinweisen, dass die Baufirmen verpflichtet sind, sich die Lagepläne der Netzbetreiber einzuholen“, sagt Michael Dammann. „Um diesen Prozess zu vereinfachen, sind wir Partner des Projektes ELBE+ (Elektronische Bearbeitung von Leitungsanfragen), des Landesbetriebes Geoinformation und Vermessung (LGV).“

„Der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung – der unter der Aufsicht der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen steht – hat gemeinsam mit sechs Leitungsbetreibern das Online-Portal ELBE+ konzeptioniert“, sagt Sascha Tegtmeyer, Leiter des Bereiches Geobasisinfrastruktur des LGV. „ELBE+ ist nun das zentrale Portal für Leitungsanfragen in Hamburg. Seit Mai dieses Jahres können hier anfragende Firmen wie Bauunternehmen, Planungsbüros und Architekten nach einer Registrierung kostenlos Leitungsanfragen stellen, die dann an alle am Projekt beteiligten Netzbetreiber gehen.“ Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.elbe.plus.

Was für Bauunternehmen gilt, gilt auch für Privatleute. Wenn sie zum Beispiel einen Zaun aufstellen oder in ihren Gärten größere Veränderungen vornehmen wollen, haben sie vorher Lagepläne bei den verschiedenen Netzbetreibern einzuholen.

Bei HH Netz können sie diese auf der Internetseite der Hamburg Netz GmbH (www.hh-netz.com) unter Service/Leitungsauskunft für Plan- und Tiefbau kostenfrei anfordern. Sollte bei Tiefbauarbeiten dennoch versehentlich eine Gasleitung beschädigt werden, muss unverzüglich die Störungsannahme von HH Netz unter der Nummer 0 40-53 79 93 98 informiert werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes sind dann schnell vor Ort und kümmern sich um die Absicherung und Behebung des Schadens.