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Energiewende konkret: SH Netz errichtet für 4,5 Mio. Euro erste Anlage zur Aufnahme von grünem Wasserstoff ins Erdgasnetz in Schleswig-Holstein

04.01.2019

Umfangreiche Baumaßnahmen - Einspeisebeginn im März 2019.

Die Schleswig-Holstein Netz AG errichtet derzeit in Brunsbüttel die erste Anlage zur Einspeisung von grünem Wasserstoff ins Gasnetz. Hierzu investiert das Unternehmen rund 4,5 Millionen Euro. Betreiber der für die Wasserstofferzeugung erforderlichen Elektrolyseanlage ist die Wind to Gas Energy GmbH & Co. KG. Die erste Einspeisung von Wasserstoff wird voraussichtlich Anfang März 2019 erfolgen.

„Diese Anlage zur Aufnahme von Wasserstoff aus Windenergie ins Gasnetz ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Energiewende nach dem Motto: aus der Region - für die Region“, erläutert Matthias Boxberger, Aufsichtsratsvorsitzender der Schleswig-Holstein Netz AG und Vorstandsvorsitzender der HanseWerk AG.  „Mit solchen konkreten Maßnahmen arbeiten wir im Rahmen der Sektorenkopplung für eine gesamthafte Energiewende im Norden.“

Der von Wind to Gas Energy in Brunsbüttel produzierte Wasserstoff wird zukünftig als umweltfreundlicher Zusatz in das Erdgas von SH Netz aufgenommen. Hierzu wird in einem Messraum in der neuen Einspeiseanlage die Gasqualität und -menge gemessen. Im Anschluss wird der Wasserstoff auf den Netzdruck der Hochdruckerdgasleitung von SH Netz verdichtet. Dazu baut der Netzbetreiber zwei Verdichterräume, um die notwendige Verfügbarkeit der Anlage von 96 Prozent in jedem Fall zu sichern. Auch ist die Anlage mit spezieller Elektrotechnik ausgestattet, die der Steuerung und sicherheitstechnischen Überwachung der Anlage dient.

Bei Baubeginn wurden zunächst elf Pfähle mit einer Tiefe von circa 23 Metern in den Boden eingelassen, um ein sicheres Fundament für die Anlage zu gewährleisten. Der Projektverantwortliche von SH Netz, Gregor Paul, sagt: „Zum Ende des Jahres werden die Hochbauarbeiten beendet sein und im neuen Jahr wird die Anlage dann mit der notwendigen Verfahrens- und Elektrotechnik ausgerüstet.“

„Bei der Einspeisung von Wasserstoff ins öffentliche Erdgasnetz sind mehrere Bedingungen zu erfüllen, beispielsweise in Bezug auf den Druck, die Gasbeschaffenheit und die Brenneigenschaft“, erläutert Andrea Wils, Referentin für Maßnahmenentwicklung der SH Netz AG. Während Biogas nach einer Aufbereitung die gleichen Eigenschaften wie Erdgas hat, unterscheiden sich die Eigenschaften von Wasserstoff zu Erdgas. Die Folge: Aktuell können nur begrenzte Mengen an Wasserstoff ins öffentliche Netz eingespeist werden. Wieviel Wasserstoffes das konkret ist, hängt von der Kundenstruktur in Fließrichtung hinter dem Einspeisepunkt ab. So beschränkt derzeit noch eine DIN-Norm den Wasserstoffanteil im Erdgas auf maximal 2 Volumenprozent, wenn eine Erdgastankstelle in der Nähe ist. Die Endgeräte von Haushaltskunden vertragen deutlich höhere Wasserstoffanteile im Erdgas, 10 Prozent sind dort unkritisch. Um ihre Gasnetze fit für die Energiewende zu machen, beteiligt sich SH Netz aktuell an einem Forschungsprojekt, in dem sämtliche Anlagen auf die Verträglichkeit von bis zu 20 Prozent Wasserstoff hin untersucht werden.