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Projekt NEW 4.0 will den Norden bis 2035 regenerativ mit Strom versorgen

11.01.2017

HanseWerk-Gruppe plant 15 Power to heat-Anlagen sowie regionalen Marktplatz zur besseren Verwertung von erneuerbarem Überschussstrom

15 Power to Heat-Anlagen sowie verschiedene Maßnahmen zur besseren Verwer-tung von EEG-Strom, der derzeit nicht ins Netz aufgenommen werden kann, wird die HanseWerk-Gruppe im Rahmen des Großprojekts NEW 4.0 in den nächsten vier Jahren umsetzen.

„100 Prozent Energiewende ist unser Ziel. Hierzu müssen wir ein flexibles Ener-giesystem sowie eine intelligente Netzstruktur aufbauen mit der wir Schleswig-Holstein als Energieexporteur und Hamburg als Energie-Großverbraucher zusam-menbringen“, erläutert Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender der HanseWerk AG, der gleichzeitig Mitglied im Führungsgremium von NEW 4.0 ist. „Mit ihrer länderübergreifenden Präsenz sowie unserer Erfahrung im Betrieb von Strom-, Gas und Wärmenetzen ist die HanseWerk-Gruppe für solche Projekte sehr gut geeignet.“

So beabsichtigt HanseWerk Natur Stromverbrauch und –erzeugung bei der Wär-meversorgung durch sogenannte Power to Heat-Anlagen zu flexibilisieren. Hierbei sollen in einem ersten Schritt rund 15 Blockheizkraftwerke, die bislang hocheffizient Wärme und Strom erzeugen, zukünftig zusätzlich mit einer Power to Heat-Anlage ausgestattet werden. Zu Zeiten von überschüssigem Wind- und Sonnenstrom können dann die BHKW runtergefahren werden, ohne die Wärmeerzeugung zu beeinträchtigen: „Aus überschüssigem grünen Strom machen wir dann grüne Wärme“, sagt Jan Gratenau, Projektleiter NEW 4.0 bei der HanseWerk AG. Die geplanten 15 Anlagen haben ca. 6,5 Megawatt elektrische Leistung sowie rund 4 Megawatt Power to Heat thermische Leistung außerdem werden in diesen Anlagen circa 1 Megawatt Batterieleistung installiert.

Zum anderen entwickelt die zur HanseWerk-Gruppe gehörende Schleswig-Holstein Netz AG in ihrer Rolle als Stromnetzbetreiber einen digitalen lokalen Marktplatz, auf dessen Basis mehr Grünstrom vor Ort genutzt werden kann. Mittels dieser Plattform sollen die Informationen über Stromerzeugung und mögliche Überkapazitäten Stromverbrauchern so zur Verfügung gestellt werden, dass beispielsweise Unternehmen einen flexiblen Verbrauch anmelden und entsprechend Grünstrom abrufen können. „Wir erproben hier eine neuartige Plattform, um alle Komponenten beziehungsweise Akteure bei Stromerzeugung, Transport, Verteilung, Speicherung und Verbrauch zu integrieren, intelligent miteinander zu vernetzen und optimal aufeinander abzustimmen“, erläutert Matthias Boxberger Vorstandsvorsitzender HanseWerk AG.

In einem dritten Projekt will Schleswig-Holstein Netz außerdem mit dem „Grünen Impuls“ auf der Insel Föhr eine neue Plattform testen, durch die jeder einzelne Stromkunde etwas zur Entlastung der Netze, zur Reduzierung der Entschädigungszahlungen und zum Gelingen der Energiewende beitragen kann.

Die Funktionsweise ist einfach: Der Kunde lädt sich eine App von SH Netz auf sein Smart Phone. Über diese App bekommt er immer dann – wenn regionalen Windkraftanlagen wegen Netzüberlastung abgeschaltet werden müssen - einen kurzen Hinweis: den Grünen Impuls. Jetzt weiß der Kunde, dass er durch das ge-zielte Anschalten der Waschmaschine, des Wäschetrockners oder des Backofens einen kleinen, aber konkreten Beitrag zur Steigerung der Vor-Ort-Verwertung des Grünen Stroms leisten kann. Ziel ist es, dass auf Basis des „Grünen Impulses“ immer mehr Menschen in den EEG-Regionen ihren eigenen Stromverbrauch gezielt und stärker als in der Vergangenheit dem Vorhandensein von grünem Strom in der Nachbarschaft anpassen und so der Energiewende zum Erfolg verhelfen.

Ab Januar wird die  Schleswig-Holstein Netz AG auf der Insel Föhr Kunden an-sprechen, um sie zum Mitmachen zu begeistern und den Einsatz dieser neuen Technologie zu testen. Zwar ist in einem ersten Schritt nicht mit extremen Lastverschiebungen durch diese Maßnahme zu rechnen. Gleichwohl wollen die Initiatoren mit dem Projekt, die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung im Sinne der Energiewende ausloten und die Netze immer intelligenter machen. Da die Kunden ihre Teilnahme am „Grünen Impuls“ dem Netzbetreiber jeweils melden, kann eine Beteiligungsquote gemessen werden. Sollte der Testlauf auf der Insel Föhr erfolgreich sein, kann sich SH Netz eine Ausdehnung dieser Technik auf ganz Schleswig-Holstein vorstellen.