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Schleswig-Holstein Netz beendet Power to Gas-Forschungsprojekt in Klanxbüll und Neukirchen

04.03.2016

Bis zu zehn Prozent Wasserstoff im Erdgasnetz möglich.

Die Schleswig-Holstein Netz AG hat erfolgreich die Einspeisung von bis zu zehn Prozent Wasserstoff ins Erdgasnetz in Klanxbüll und Neukirchen getestet. Ziel des jetzt beendeten Forschungsprojektes war es, eine wichtige Grundlage für die sogenannte Power to Gas-Technologie zu schaffen. Durch die Umwandlung von überschüssigem Windstrom in Wasserstoff könnte Power to Gas eine der Schlüsseltechnologien für die Energiewende werden und eine Antwort auf die Frage der Energiespeicherung sein.

„Neben dem Ausbau der Stromnetze gehören Speichertechnologien und alternative Wege zur Nutzung regenerativer Stromüberschüsse zu den größten Herausforderungen der Energiewende – gerade hier bei uns in Nordfriesland.“, sagt Bürgermeister Friedhelm Bahnsen aus Klanxbüll. Mittels Technologien wie Power-to-Gas kann überschüssiger EEG-Strom – aus wind- und sonnenreichen Zeiten – durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt, langfristig gespeichert und über das Erdgasnetz genutzt werden.

„Allein das rund 500.000 Kilometer lange Erdgasnetz in Deutschland bietet gewaltige Speichermöglichkeiten für regenerativ erzeugten Wasserstoff. Gleichzeitig könnte dieser so über weite Strecken transportiert und genutzt werden“, so der Neukirchener Bürgermeister Peter Ewaldsen. Die Einspeisung von bis zu zehn Volumenprozent unter realen Praxisbedingungen war in dieser Größenordnung einzigartig in Deutschland und Europa. Bisher wurden direkte Netzeinspeisungen unter realen Bedingungen nur mit bis zu zwei Volumenprozent Wasserstoff durchgeführt.

„Eine der größten Herausforderungen hierfür war die intensive Vorbereitungsphase: Netzbetreiber, Kreis und Kommunen, Ämter und Forschungseinrichtungen und natürlich die Bürger mussten alle ins Boot geholt werden und an einem Strang ziehen.“, erklärt Jörg Rudat, Innovationsmanager der Schleswig-Holstein Netz AG.

Zwischen Anfang 2014 und Mitte 2015 wurden dem Erdgasnetz in Klanxbüll und Neukirchen stufenweise steigende Anteile von Wasserstoff zugemischt. Das Ergebnis: Durch die Zugabe von Wasserstoff, der beim Verbrennen lediglich in Wasser und Sauerstoff umgewandelt wird, kann Erdgas ökologisch aufgewertet werden, ohne dass dadurch die Gerätenutzung beim Endkunden beeinträchtigt wird: „Der reibungslose Gerätebetrieb hat uns positiv überrascht. Die insgesamt 176 für den Test registrierten Endgeräte liefen auch bei zehn Prozent Wasserstoffgehalt wie am Schnürchen. Kontrollmessungen an repräsentativen Kundenanlagen wiesen einen ordnungsgemäßen und emissionsarmen Betrieb nach. Lediglich bei zwei Geräten kam es zu Störgeräuschen, die nach einer Wartung und Neueinstellung jedoch leicht zu beheben waren“, sagt Sönke Nissen, zuständiger technischer Leiter der Schleswig-Holstein Netz AG in Niebüll.

Im Labor wurden sogar Tests mit 30 Prozent Wasserstoff erfolgreich durchgeführt. Damit stellt sich heute die Frage, inwiefern der Grenzwert von zehn Volumenprozent nach oben verschoben werden kann. Gleichzeitig besteht noch Forschungsbedarf in den Bereichen Erdgasspeicher und Gasturbinen. Tanks von Erdgasfahrzeugen lassen heute auf Grund ihres Materials nur eine Konzentration von zwei Volumenprozent Wasserstoff im Erdgas zu. Neuentwickelte Tanks mit höheren Wasserstoffgrenzwerten sind bereits auf dem Markt und schließen diese Lücke.