Wir sind für Sie da

Sie erreichen uns telefonisch in den Servicezeiten von 8:00 bis 18:00 Uhr. Nutzen Sie gerne jederzeit die anderen Kontaktmöglichkeiten.

Urlauber aufgepasst – Nessi vor Sylt gesichtet

16.07.2019

SH Netz hat mit Seekabellegung in Nordsee begonnen – Sylt wird freileitungsfrei

Urlauber aufgepasst! In den kommenden Wochen ist „Nessi“ im Wattenmeer vor Sylt zu sichten. Es ist jedoch kein Seeungeheuer, das in der Nordsee sein Unwesen treibt. Auch wenn es ungeheuerlich anmutet – besonders bei Nebel und aus einiger Entfernung betrachtet. „Nessi“ ist eine Maschine, die Seekabel unter den Meeresgrund verlegt – und Sylt wird damit freileitungsfrei.

Dafür haben Seekabelexperten des Netzbetreibers Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) in den vergangenen Wochen bereits Vorbereitungsmaßnahmen am Festland (Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog) und auf Sylt (Keitum) vorgenommen. Nun geht es ins Wattenmeer – und da kommt Nessi zum Einsatz, zusammen mit Arbeitsschiffen und weiterem Gerät. Das Kabel wird etwa 800 Meter nördlich und parallel zum Hindenburgdamm gelegt und ist damit von der Inselbahn aus gut zu sehen. In wenigen Wochen wird „Nessi“ dann auf Sylt anlanden.

Nessi ist ein etwa 18 Meter langes, über zehn Meter breites, 91 Tonnen schweres und mit einem 1214 PS starkem Motor ausgerüstetes Raupenfahrzeug des Typs Nessie V. Ausgestattet mit einem Vibrations-Pflugschwert wird Nessie das neue, rund 15 Kilometer lange und 800 Tonnen schwere Seekabel zwischen Festland und Sylt rund 1,5 Meter tief ins Watt „einrütteln“. Die Nessie wird im Watt mit einer Barge für die Dauer der Legung des Seekabels fest verbunden. Immer bei entsprechendem Wasserstand und Auftrieb wird sich Nessie mit der Barge in Bewegung setzen und das Seekabel weiter ins Watt einpflügen.

„Das ist ein sehr spannendes Projekt, was in dieser Form in Norddeutschland Premiere feiert“, erläutert Projektleiter Karsten Reimer von SH Netz. „Der Umweltschutz ist uns dabei besonders wichtig. Wir werden die Arbeiten unter Einhaltung eines bestimmten Wasserstandes durchführen. Deshalb müssen wir zu jeder Zeit Wetter, Wind und Gezeiten im Blick haben. Durch den Auftrieb im Wasser sowie die extrem breiten Antriebsketten wird die Bodenbelastung des Wattenmeers geringer sein als bei einem durchs Watt spazierenden Menschen.“

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung hat bereits die naturschutzrechtliche Genehmigung für die Erneuerung des Hochspannungsseekabels vom Festland nach Sylt erteilt.

„Mit Blick auf das Landschaftsbild und den Naturschutz ist besonders hervorzuheben, dass SH Netz anschließend die durch das neue Seekabel ausgediente 60.000-Volt-Freileitung zwischen Morsum und Keitum auf Sylt auf einer Länge von 7,3 Kilometern zurückbauen wird.“, ergänzt Karsten Reimer.

Das neue Seekabel wird zwei alte Kabel im Hindenburgdamm ersetzen, die nach der Inbetriebnahme des neuen Seekabels stillgelegt werden. Ein weiteres Seekabel hat die SH Netz südlich des Damms verlegt. Somit ist zu jeder Zeit eine redundante Versorgung der Insel sichergestellt. „Die beiden außer Betrieb genommenen Kabel werden vor Ort verbleiben, um die Stabilität des Damms im Hinblick auf den Bahnverkehr nicht zu gefährden“, erklärt Karsten Reimer. Auf der Festlandseite wird das neue Seekabel an die bestehende Schaltanlage von SH Netz im Umspannwerk Lübke-Koog/West angeschlossen. Auf Sylt wird das Seekabel im Bereich der Küste mit einem neu zu verlegenden Hochspannungslandkabel verbunden. Dieses Landkabel wird wiederum an die bestehende Schaltanlage von SH Netz im etwa zwei Kilometer entfernten Umspannwerk Keitum angeschlossen.

Insgesamt hat SH Netz rund 16,5 Millionen Euro in das neue Seekabel investiert.